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Klein Wesenberg: Grünes Licht für die Sanierung der Kirche



Das marode Dach des knapp 120 Jahre alten Gotteshauses kann jetzt saniert werden. (Fotos Thormählen)


 

320000 Euro müssen investiert werden, damit das Dach vor Wind und Regen schützt Knapp 82 000 Euro kommen als Zuschuss von der Aktivregion Holsteins Herz.

 

von Michael Thormählen

 

Klein Wesenberg - Der Pastor der evangelischen Kirchengemeinde Klein Wesenberg, Erhard Graf, warb mit großem Nachdruck um die dringend notwendige finanzielle Unterstützung: Die geplante Sanierung des Kirchendaches sei von großer Bedeutung, weil es sich um ein Gebäude von herausragender kultureller Bedeutung handele. Und die Mitglieder der Aktivregion Holsteins Herz, die einen Rundgang durch die Kirche unternahmen und anschließend ihre Sitzung im nahen Gemeindehaus fortsetzten, trafen problemlos eine einstimmige Entscheidung. Für das Vorhaben werden 81.800 Euro als Zuschuss zur Verfügung gestellt.

 

Die Kirchengemeinde hatte zunächst auf einen höheren Betrag gehofft, dennoch: "Unser Architekt kann jetzt bis Ende Mai die vorgesehenen Arbeiten ausschreiben. Und dann könnten bis Ende Juni die Angebote der Firmen vorliegen", skizzierte Pastor Graf den möglichen Zeitplan. Anschließend könnte vermutlich in diesem Sommer mit dem Projekt begonnen werden: "Vielleicht schon im August. " Die Kirchengemeinde als Bauherrin sei jedoch darauf angewiesen, dass Handwerksbetriebe die notwendigen freien Kapazitäten haben: "Wenn die Firmen viele Aufträge haben, dann kann es mit unserem Vorhaben später werden. " Außerdem müsse der vorliegende Finanzrahmen eingehalten werden. Auch nach dem Zuschuss durch die Aktivregion müsste der Löwenanteil der Dachsanierung von insgesamt 320.000 Euro mit kirchlichen Geldern bezahlt werden. Dafür, so der Pastor, muss dann auch ein Darlehen aufgenommen werden.

 

· Die gesamte Dachkonstruktion, insbesondere die Sandsteineindeckungen der Giebel, muss aufwändig restauriert werden. Dafür muss das Gebäude komplett eingerüstet werden, weitere Dachflächen müssen aufgenommen und später wieder eingedeckt werden. Um die Sicherheit der Kirchenbesucher zu garantieren, ist schon ein überdachter Gang geschaffen worden, der vor herabstürzenden Teilen Schutz bieten soll.

 

Erhard Graf machte während des Besuches durch die Mitglieder der Aktiveregion allerdings nicht nur die Notwendigkeit des Dachprojektes deutlich. Weil das alte Gotteshaus auf einem so genannten Lehmkegel stehe, gebe es immer wieder Probleme mit Regenwasser, das nicht ablaufe und für Feuchtigkeit sorge. Deshalb müsste die Oberflächenentwässerung saniert werden. Außerdem, so der Pastor weiter, müsse die Restauration der wertvollen Buntglasfenster fortgesetzt werden. Diese Maßnahmen würden noch einmal über 300.000 Euro kosten.

 

Die Kirche wurde 1884 errichtet, und zwar genau an der Stelle, an der bereits ein Gotteshaus stand. Der Ort gilt wegen der Anhöhe und der Nähe zur Trave als einzigartig. Die Kirche diente für Menschen in den Dörfern zwischen Lübeck und Oldesloe als geistiger Mittelpunkt.

 

Einst Kirche für das Gut

 

Bereits in der Frühzeit der Christianisierung wurde die Anhöhe in Klein Wesenberg für den Kirchenbau genutzt. Es gab Verbindungen zum alten Kloster im nahen Reinfeld. Das Gotteshaus galt später als Kirche für das Gut Trenthorst, und die Gutsherren sorgten auch für regelmäßige Instandhaltung des Gebäudes. Das bisher letzte große Vorhaben war die Wiederherstellung der Marcussen- Orgel im Jahr 1996.

 

Das aktuelle Vorhaben wird auch von einem Kirchenbauverein unterstützt.

Infos bei Klaus-Rainer Martin, Alte Dorfstraße/Barkhorst 3.

 

aus: „Lübecker Nachrichten“, Regionalausgabe Stormarn, vom 12.05.2012, Seite 10


Pastor Erhard Graf erläutert den Mitgliedern der Aktivregion Holsteins Herz in der Kirche die aktuellen Planungen.