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Kirchenmusik

Musik in den Kirchengemeinden Hamberge und Klein Wesenberg

Für so kleine Gemeinden wie die unseren bieten die Kirchengemeinden Hamberge und Klein Wesenberg einen großen Umfang an musikalischer Arbeit an. Hier liegt neben Wortverkündigung und Seelsorge ein weiterer Schwerpunkt unserer Gemeindearbeit. Doch leider haben die beiden Kirchengemeinden Hamberge und Klein Wesenberg seit 1. Oktober 2011 keinen eigenen Kirchenmusiker mehr und müssen für jeden Gottesdienst einen Organisten gewinnen.

Die romantische Marcussen-Orgel )1 der Klein Wesenberger Kirche stammt aus dem Jahre 1887. Das Instrument ersetzte eine erst 1846 vom Orgelbauer Kühn aus Segeberg gefertigte, nur acht Register große Orgel, die beim Brand der Kirche 1880 untergegangen war. 1962 erfolgte ein Umbau durch die Lübecker Firma Kemper & Sohn nach dem Kunstgeschmack der damaligen Zeit. 1996 wurde die Orgel von der Wilhelmshavener Orgelbaufirma Alfred Führer GmbH )2 restauriert und erhielt wieder ihren ursprünglichen Klang und ihr ursprüngliches Aussehen. Finanziert wurde die aufwändige Restaurierung durch eine beispiellose Spendenaktion und dem Erlös aus dem „Kirchenkrimi“ von Pastor Christian Uecker „Wenn der Tod tanzt" )3

Die Orgel der Hamberger Kirche war seit langem nicht mehr spielbar und wurde aus der Kirche entfernt, da sie stark von Holzwürmern befallen ist. Zur Zeit dient ein elektronisches Instrument als Zwischenlösung. Die Gemeinde sucht nach einem Weg, den Bau einer neuen Orgel zu realisieren. Über den aktuellen Stand der Bemühungen wurde verschiedentlich in Gemeindebriefen informiert.

Der Chor der Kirchengemeinde Klein Wesenberg ist 1981 aus einem Singkreis  entstanden, den Dr. Karl Heyder gegründet hatte. Von Januar 2005 bis September 2008 sang der Chor gemeinsam mit dem Chor der Paul-Gerhardt-Gemeinde Lübeck unter der Leitung von Michael Hantke. Im September 2008 hat sich der Chor aufgelöst.

Seit November 2008 besteht ein neuer Chor, bis 30.09.2011 unter der Leitung von Christoph Jacobi, vom 01.10.2011 bis 31.12.2011 vertretungsweise unter der Leitung von Mary Jane Vodicka und seit dem 01.01.2012 von Irina Rusch.

 

 

Die Flötenarbeit der Kirchengemeinde blickt ebenfalls auf eine über fünfundzwanzigjährige Tradition zurück. Die Kinder werden im Umgang mit der Sopran- und mit der Alt-Flöte unterrichtet und so an die Musik und das gemeinsame Musizieren herangeführt. Daneben gibt es ein Blockflötenensemble für Erwachsene unter der Leitung von Dr. Karl Heyder. Hier werden vorwiegend Werke alter Meister gespielt. Auch dieser Kreis trifft sich wöchentlich und gestaltet häufig unsere Gottesdienste mit.

Im Juli 2000 wurde in Klein Wesenberg der Verein zur Förderung der Kirchenmusik „Musik vor Ort“, gegründet. Vorsitzender war bis zu seinem plötzlichen Tod am 5. Februar 2013 Ulrich von Papen.

In der Satzung heißt es: 

„Zweck des Vereins ist es, die Kirchenmusik in Klein Wesenberg  ideell und materiell zu fördern, zu pflegen und die finanziellen Mittel über den Etat der Kirchengemeinde Klein Wesenberg hinaus zu ergänzen, insbesondere durch die Gewinnung von Freunden, Förderern und Sponsoren“.

 

Damit will der Verein Musik vor Ort dazu beitragen, die vielfältigen Formen kirchenmusikalischen Lebens der Kirchengemeinde Klein Wesenberg im Rahmen seiner Möglichkeiten finanziell zu fördern.  

Durch die Beiträge seiner Mitglieder und die gezielte Ansprache von Sponsoren möchte der Verein Musik vor Ort finanzielle Mittel über den Etat der Kirchengemeinde hinaus für die Kirchenmusik bereitstellen. 

Eine solche Aktivität in allernächster Nähe schafft auch ein Stück Wir-Gefühl und bringt eine Erweiterung der Lebensqualität im ländlichen Umfeld mit sich. 

Dem Verein ist es ein besonderes Anliegen, Kinder und Jugendliche musikalisch zu fördern. Deshalb hat Musik vor Ort angeregt, einen Kinderchor zu gründen und finanziell zu unterstützen.  

 


1.    Marcussen & Søn ist eine dänische Orgelbaufirma. Sie wurde 1806 in Apenrade gegründet und ist bis heute bekannt für den Bau romantischer Orgeln. Bisher wurden über 1.100 Orgeln in alle Welt geliefert. In Deutschland sind Marcussen-Orgeln u.a. zu finden im Lübecker Dom, im Freiburger Münster und in der Michaelis-Kirche („Michel“) in Hamburg

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2.     Alfred Führer (* 8. November 1905; † 27. Mai 1974) war ein deutscher Orgelbauer, dessen Orgelbauwerkstatt ihren Sitz in Wilhelmshaven hatte. Nach einer abgeschlossenen Tischlerlehre erlernte Führer das Orgelbauerhandwerk bei der damals in Norddeutschland renommierten Firma Furtwängler & Hammer und machte sich im Jahre 1933 selbständig. Nach dem Zweiten Weltkrieg dehnte sich das Absatzgebiet der Firma auf große Teile Norddeutschlands und auch auf die Hansestädte Bremen und Hamburg aus.

Insgesamt stammen aus Führers Werkstatt über 700 Instrumente, darüber hinaus wurden sehr viele Orgeln durch ihn restauriert und erweitert. Trotz dieser großen Produktionszahl lieferte die Firma Führer handwerklich solide gebaute Instrumente. Führers Instrumente orientieren sich, dem Prinzip der "Orgelbewegung" folgend, am Klangideal norddeutscher Barock-Orgeln, welche Führer auch in großer Zahl restaurierte. Nach Führers Tod übernahm sein Neffe Fritz Schild die Firma, die im Jahre 2003 durch Insolvenz erlosch, und führte neben Neubauten auch insbesondere beachtenswerte Restaurierungen durch.

 3.   erschienen in der Kirchenkrimi-Reihe der Lutherischen Verlagsanstalt Kiel (ISBN 3-87503-058-3). Siehe hierzu auch die Rubrik "Literaturtipps / Christian Ueckers literarisches Schaffen"