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Buchtipp: "Der siebte Tag - Gegengesucht"

Jan-Peter Wilckens:

Der siebte Tag – Gegenge<sucht>“

Bestellung: www.weichenstellen.de

kartoniert, 16,5 x 20,5 cm, 110 Seiten

 

Jan-Peter Wilckens ist Diakon und war zwanzig Jahre lang in der diakonischen Suchtkrankenhilfe tätig. So verwundert es nicht, dass sich sein Büchlein vor allem – aber nicht nur – mit dem Problem von Abhängigkeit und Sucht befasst; vor allem mit der Frage, welches Kräftepotential durch Abhängigkeit und Sucht gebunden ist und damit nicht zur Gestaltung des eigenen Lebens genutzt wird.

 

Er vergleicht die sieben Tage der Schöpfung mit Reifeschritten des menschlichen Lebens. So will er auch die einzelnen Kapitel seines Büchleins verstanden wissen:

 

Ø     Aufbruch: das Vertraute verlassen

Ø     Unterwegs: Visionen und versagen

Ø     Innehalten: die Kraft der Erinnerung

Ø     Kontakt: sich anvertrauen

Ø     Solidarität: sich zu erkennen geben

Ø     Bereitschaft: in der Veränderung sein

Ø     Wagnis: Neues wagen

Ø     Heimkehr: in der Identität ankommen

 

Die einzelnen Kapitel enthalten Fotos, welche zum Meditieren anregen; Texte, die zum Nachdenken auffordern; Gedichte, die das jeweilige Thema des Kapitels betreffen; biblische Bezüge und persönliche Fragen, deren Antwort von den Lesern direkt im Büchlein beantwortet werden können. Und es werden in diesem Büchlein auch Aussagen und Texte abgedruckt von Menschen, welche einen Weg heraus aus der Suchtmittel-Abhängigkeit gefunden haben.

 

Durch alle Kapitel zieht sich die fiktive Figur „Nikon“. Sie nimmt teilweise auch autobiografische Züge an und drückt das aus, was der Autor des Büchleins den Lesern mitteilen möchte. Vor allem aber ist Nikon eine Figur, die sich für andere aufopfert. „Und wenn es irgendwo Einbrüche gab, dann füllte ich die Lücke, häufig überfordert“, sagt Nikon von sich selbst. – Doch dann findet er heraus aus dem Käfig und lernt, sich nicht mehr für alle und alles verantwortlich zu fühlen. Er findet seinen eigenen Weg.

 

„Der siebte Tag“ ist ein spirituelles Büchlein. Man findet keine Ratschläge für den angemessenen Umgang mit Menschen, die sich und andere mit ihrer Suchtproblematik beeinträchtigen. Aber es trägt dazu bei, mit mancher Frage des Lebens im Umgang mit Menschen, welche an Suchtmittel-Abhängigkeit leiden oder sogar andere tyrannisieren, souveräner umzugehen und seinen eigenen Weg zu finden. – Wer offen ist für Spiritualität, dem ist das Büchlein ein Gewinn. Wer jedoch einen Ratgeber sucht, der sollte an anderer Stelle suchen.

Klaus-Rainer Martin