Auf einen Blick

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Ein Einblick in die Geschichte der Klein Wesenberger Kirche und des Kirchspiels

 

1186 rief Graf Adolf III. zu Schauenburg und Holstein Zisterziensermönche aus dem Kloster Loccum an den Unterlauf der Heilsau, um die Gegend zwischen Trave und Heilsau zu kolonisieren. Innerhalb von vier Jahren entstanden Kloster und Kirche „Reynevelde“, heute Reinfeld.

Erster Hinweis ohne Jahresangabe auf eine der Mutter Gottes geweihten Kapelle „St. Marienhude“, die an einer Travefurt östlich von Groß Barnitz gelegen haben soll. Die Kapelle und der dazugehörige Friedhof standen unter dem Patronat der Ritter von Wetberge (Wesenberg).

Die Klein Wesenberger Kirche 1187/97 (?) von Groß Wesenberg aus gesehen

 

1187 erteilte Papst Gregor VIII. der Kirche zur Zeit Abt Rotmars vom Kloster Reinfeld “ein Breve”. Gregor VIII ist 1187 gestorben., während Abt Rotmar nach M. Clasen 1197 zuerst urkundlich erwähnt wird. Erste urkundliche Erwähnung der Kirche, sie ist nach Reinfeld die älteste Kirche in Oststormarn. Zum Kirchspiel gehören: Klein Schenkenberg, der am Weg dorthin gelegene Rittersitz derer von Wesenberg, das Gut Trenthorst, das Lübecker Stiftsdorf Westerau, Heidberg, beide Barnitz und im Osten Reecke, Niendorf samt Moorgarten. Die Kirche von damals wird beschrieben als aus Ziegeln (nach R. Haupt) errichteter rechteckiger gewölbter Bau mit schönen Malereien an den Wänden.

1189 werden die campi (Felder) Wesenberge, gemeint ist das Gebiet um Groß Wesenberg, als die Besitzungen des Klosters Reinfeld erwähnt.

1251 wird das Dorf Wesenberg mit Ausnahme eines Hofes von dem Kloster Reinfeld erworben.

1330 bezahlte Rusche von Wesenberg dem Bischof von Lübeck eine Gebühr für die Einweihung des Kirchhofes in Steinfeld.

1338 erhält das Kloster Reinfeld das Pastoratsrecht über die Kirche.

1352 verkaufen die Grafen von Holstein Johann und Adolf dem Kloster Reinfeld die Gerichtsbarkeit über Wesenberg.

1369 verschrieb die Familie von Wesenberg den Wesenberger Wald dem Kloster Reinfeld.

1370 ist Gerhard Kirchherr zu Wesenberg. Aus seiner Zeit stammt der Grabstein des Volrad von Wesenberg, der heute in der Kirche vor dem Altar liegt.

1372: Der Knappe Volrad Wesenberg verkauft das Dorf Trenthorst mit seinen Ländereien, der Wassermühle und dem halben Wald  „Ottenlubsch“ für die Summe von 372 Mark an den Lübecker Domherrn Magister Johannes Boytin. Die auf Pergament geschriebene Urkunde über diesen Verkauf liegt im Landesmuseum in Schleswig und trägt das Datum des 14. März 1372. Johannes Boytin schenkt Trenthorst mit allen Einkünften und Rechten an Bischof Bertram und das Lübecker Domkapitel „wegen seines, seiner Eltern und des holsteinischen Grafenhauses Seelenheil“. Die Urkunde trägt das Datum des 1. September 1372 und wurde beglaubigt mit den beiden angehängten Siegeln des Lübecker Bischofs und des Domkapitels.

1392: Grabstein des Volrad von Wesenberg aus gotländischem Kalkstein mit erkennbarem Wappen, eine Pfeilspitze darstellend, liegt jetzt in der Kirche vor der Kanzel.

1447 verkauften die Knappen Gerd Starke  und Lüder Rumor dem Abt des Klosters Reinfeld für 375 Mark den sogenannten Hopfenhof in Wesenberg.

1461 kauften der Lübecker Ratsherr Andreas Geverdes und der Gewandschneider Gerd von Lenthe für 1450 Mark vom Knappen Lüder Rumor dessen Dorf Westerau. Von Lenthe gründete eine Vikarie an St. Petri und stattete sie mit Einkünften von Westerau aus. Diese Stiftung besteht, wenn auch in veränderter Form, bis in unsere Zeit.

1480 werden Hinrik von Wetberge und seine Söhne, Domherr Frederic und Gerd von Wetberge erwähnt.

1529: König Friedrich I. konfisziert in der Reformationszeit im Zuge der allgemeinen Säkularisation auch den Besitz Trenthorst, der sich als Vikarie bei St. Johannes in Lübeck befand. Der König machte Trenthorst seinem getreuen Sekretär, dem Magister Hinrich Schulte zum Gnadengeschenk.

1531 kauft Paulus, Abt zu Reinfeld, die Wassermühle zu Kirch-Wesenberg.

1539: Lt. dem Reinfelder Klosteramtsbuch hat in der dem Kloster durch das Patronatsrecht eng verbundenen Kirche zu Klein Wesenberg schon der evangelische Pastor Nicolaus Muth amtiert.

1564: Der Reinfelder Abt Joachim beklagt, dass die „neue Lehre“ sich auch in dem Kirchspiel Klein Wesenberg weiter ausbreite und fester verwurzele.

1586: Die Kirche erhält eine Kanzel.

vor 1600: Pastor Laurentius Knop in Zarpen hat das Amt in der Wesenberger Kirche vikarisch mitverwaltet.

1600: Diederik Nothemann ist „Karkher tho Wesenbarg“.

1619 ist von einem „P. Ehw. Niclay“ als Amtsinhaber die Rede.

1624: Pastor Nicolaus Moth (Noth oder Mothen) klagt in einer von ihm unterzeichneten Akte über den sandigen Boden, beim Ackerland hat er kaum das dritte Korn wieder hereinbekommen, die Pastorenwiesen hatten stark unter den Überschwemmungen der Trave zu leiden.

1633 soll Pastor Moth nach den Akten über Hexenverbrennung des Gutsarchivs Trenthorst, einen alten Mann aus Westerau zum Tode begleitet haben.

1641 ist Pastor Moth gestorben.

1648 fand die erste Kirchenvisitation statt.

1650: unter dem Datum des 7. Mai 1650 steht in den Wochenbüchern des Lübecker Domes folgende Notiz: „Empfangen für einen alten Stein, so der Herr Pastor nach dem Wesenberge zu einem Taufstein bekommen“. Nach Professor D. Bruns, Lübeck, handelt es sich bei diesem von uns heute noch benutzten Taufstein um denselben, der schon zur Zeit Bischof Gerolds von Lübeck (1163) im Dom stand.

1653: Nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges, der auch unserem Kirchspiel – so im Jahre 1643 – durch die Schwedentruppen unter Bernhard Torstenson hart zusetzte, wurde die baufällige Kirche unter dem Plöner Herzog Joachim Ernst durch Umbau stark verändert. Die Altarplatte der alten Kirche aus gotländischem Stein, wurde nicht mit in die restaurierte Kirche übernommen.

1655 stirbt Pastor Martinus Jacobi, Nachfolger des Nicolaus Moth.

1659 stirbt der Küster und Schulhalter Andreas Ertmann.

1662 überließ Herzog Joachim Ernst von Holstein-Plön Rethwisch seiner Schwester Eleonore, deren Kammerfrau die Witwe des Wesenberger Pastors Moth war. Die Prinzessin Eleonore ließ hier ein großes, aber nicht dauerhaftes Schloss aus Fachwerk erbauen.

1669: Nach dem Tode Eleonores fiel Rethwisch an Herzog Joachim Ernst zurück.

1671: Als Joachim Ernst starb, erbte Rethwisch und die damals „Reinfeldischen Dörfer“ Klein Wesenberg mit dem Kirchenpatronat Klein Schenkenberg, Benstaben und Meddewade sein dritter Sohn Ernst der Jüngere. So entstand durch diese Verfügung ein dem späteren Amte Rethwisch entsprechender Besitz unter einer von Holstein-Plön  abgeteilten Herzoglinie, deren Mitglieder sich von Holstein-Rethwisch nannten und die bis 1729 bestanden hat.

1672 war Hinrich Brickls Küster und Schulhalter.

1673: Am 17. Juli 1673 wurde Franz Grabau, der seit 43 Jahren auf Trenthorst bei den Wetkens in Diensten stand, wegen Diebstahls und „sodomitischer Sünde“ mit einem „Schridderholz restlich gewürget“ und hernach verbrannt. „Er blieb fein beständig im Glauben bis ans Ende“ (Kirchenbuch).

1674: Erbherr Thomas Wetken auf Trenthorst, Wulmenau und Klein Schenkenberg ließ die aus dem Jahre 1586 stammende schlichte Kanzel reparieren. Die Kirchenuhr wurde von einem Lübecker Uhrmacher für ein jährliches Uhrgeld von 5 Mark lübsch beaufsichtigt.

1675: Die Kirche erhält von Herzog Hans Adolf das noch erhaltene Kruzifix.

1680 stirbt Pastor Simon Celius. Er war der Nachfolger des Martinus Jacobi und verheiratet mit der Französin Maria Crique.

1691: Der Nachfolger des Simon Celius, der Pastor Martinus Lange ist gestorben.

1692: Ab 7. Juni 1692 datieren die ersten Kirchenrechnungen.

Aus der Kirchenkasse wurden unterstützt: ein abgebrannter Mann, eine arme Priesterwitwe, ein reisender Studiosus, ein von den Franzosen vertriebener Exulant, ein aus Schlesien wegen der Religion Vertriebener, ein vertriebener Prediger aus dem Elsaß und ein armer vertriebener Schulmeister mit seiner Frau und fünf kleinen Kindern.

1693: Pastor Tablowski gibt Auskunft über seine damaligen Einkünfte. Er hatte jährlich zwei gemeine Sammlungen aus dem Kirchspiel zu Michaelis und zu Ostern. Ferner hatte er drei Kühe und jeder Hufner musste ihm eine Mettwurst liefern. Für Amtshandlungen waren bestimmte Gebühren festgesetzt.

1694: Am 15. Januar 1694 ist Anna Meintzen, eine alte Frau von Barghorst, „da sie bei Albert Möller zu Klein Barnitz gekommen und daselbst gestorben, ohne Gesang und Glockengeläut auf der „Elenden Seite“ des Kirchhofes begraben, weil sei der Zauberei bezichtigt und deshalb von Barghorst verjagt wurde“.

1696: Der Kirchenblock wurde bestohlen. Da der Block in eineinhalb Jahren nicht geöffnet worden war, betrug die Beute des Diebes vermutlich über 100 Mark. Aus den Kirchenrechnungen ist ersichtlich, dass damals auch innerhalb der Kirche begraben wurde.

1699: Am 6. Mai 1699 ist Paul Frank, des Herrn von Wethen Vogt auf dem Wesenberger Hof, gebürtig von Lensahn, wegen Bigamie zu Trenthorst enthauptet worden. Sein Körper liegt auf der „Elenden Seite“ des Kirchhofes begraben.

1700: Im „Nordischen Krieg“ besetzten die Alliierten Truppen der Schweden und Braunschweig-Lüneburger auch die Orte unseres Kirchspieles und trafen hier auf unerwarteten Widerstand der einheimischen Bevölkerung. Davon kündet ein Schreiben des Herzogs zu Braunschweig und Lüneburg an die Wickede zu Moisling vom 8. Juli 1700.

1716 ist Pastor Georgius Janentzky gestorben. Als Nachfolger setzte der Herzog Joachim Friedrich den Pastor Detlef Friedrich Clasen von Gnissau nach Wesenberg. Clasen ging später nach Schleswig.

1722 setzte der König den Prediger Johann Peyer aus Segeberg in die Wesenberger Kirche, ohne den Herzog zu befragen. Das Patronat der Kirche gehörte dem Herzog von Holstein-Rethwisch.

1736: Dem Küster und Lehrer Joachim Greve ist auch die Kirchenrechnung übertragen, „wogegen er jährlich zwei Reichstaler zu genießen hat“. Mit der Genehmigung des Konvents ließ der damalige Pastor (Hieronymus Thyben, Pastor bis 1747 lt. Pastor Bredner), auf eigene Kosten eine Pastoratsscheune bauen. Bau einer Küserei. Die Ausführung wurde dem Zimmermeister Johann Lorenz Petersen für 2000 Rthlr. übertragen.

1741: Bei der jedes zweite Jahr stattfindenden Kirchenvisitation betrug die Schülerzahl 60. Nach der Visitation empfingen die sich eingestellten Kinder und der Schulmeister das ihnen zur „Ergötzung ausgesetzte Geld“ 1 bzw. 3 Mark lübsch.

1748 ist Pastor Claus Friedrich Hanssen im Amt (lt. Pastor Bredner mit dem Vorbehalt ca.)

1774 ist Pastor Gerhard Noadt im Amt (lt. Pastor Bredner mit dem Vorbehalt ca.)

1779 finden wir bei einer Vernachtung den Namen Gerichts- und Kirchhofskoppel. Pastor Asmus Ibekken ist im Amt (lt. Pastor Bredner mit dem Vorbehalt ca.)

1784: Es wird ein Pastorat erbaut, der Baubeginn ist der 12. Juni 1784.

1787: Die Kirche hatte drei Legate (Vermächtnisse). Das Ernestinenlegat war von der Plönschen Herzogin Ernestine für die Armen des Amtes Rethwisch gestiftet worden. Das Gaedische Legat aus Groß Barnitz in Höhe von 600 Mark und das Denckersche Legat, vermacht von Johann Friedrich Denker, Eigentümer auf dem Erbnachthofe Tralauerholz im Königlichen Amte Rethwisch, 120 Mark groß. Beide Kapitalien wurden 1843 in einen Kirchenkanon umgewandelt, dessen Zinsen zur Beschaffung von Schulbüchern für arme Schulkinder in der Klein Wesenberger Schule verwandt wurde.

1790: Am 10. Mai 1790 wurde der im Amtshause in Traventhal beschäftigte Schreiber Johann Gottlieb Kraichen aus Zeitz zum Küster und Schulhalter in Klein Wesenberg ernannt.

1792 Das gesamte Kirchengerät wurde bei einem Einbruch ins Pastorat gestohlen.

1797: Friedrich Otto Stricker ist Pastor seit 1781.

1806: Durchziehende schwedische Kriegsvölker verursachen erhebliche Unruhe im Kirchspiel.

1808: Thomas Hinrich Jebe ist Pastor seit 1797.

1813: Zur Zeit des Nicolaus Brodersen, Pastor bis 1842, halten sich französische Soldaten, die aus Lübeck vertrieben waren, in unserem Kirchspiel auf.

1824: Der Umbau des Küsterhauses wurde so unzureichend ausgeführt, dass einige Jahre später erneut ein Um- und Anbau durch den Zimmermann Schumacher aus Klein Wesenberg erfolgen musste. Die Kosten betrugen 4191 Mark.

1839: Die Kirchenkasse beteiligt sich mit 5 Mark jährlich an der Klein Wesenberger Schülerbibliothek.

1843: August Hinrich Decker ist Pastor bis 1863.

1845: Am 1. Februar 1845 genehmigt die schleswig-holsteinische Regierung auf Gottorf das Regulativ für den Friedhof.

1853 wird beschlossen, eine neue Küsterwohnung und ein „Schullokal“ zu bauen. Die Ausführung erfolgte zwei Jahre später. Das Schulhaus stand auf einer Terrasse am Nordhang des Kirchberges. Der Grund gehörte zum Pastoratsland.

1856: Die jeweiligen Geistlichen wurden vom König präsentiert. Curiatstimmen hatten der König 2 Stimmen, die Stadt Lübeck und die Güter Niendorf und Trenthorst je 1 Stimme. Eingepfarrt waren: Groß Barnitz mit Spackmühle (Drahtmühle), Klein Barnitz, Heidberg, Klein Schenkenberg, Klein Wesenberg, das Gut und das Dorf Reeke mit Reeker Heide, Rathberg, Sandkrug, Rennsahl. Vom Gut Niendorf: Moorgarten, Wacholderkrug, das Gut Trenthorst mit dem Dorf Trenthorst, Fiefhusen und das Lübsche Stiftsdorf Westerau.

Die Klein Wesenberger Orgel heute

 

1858: Die Kirche erhält ihre erste Orgel. Bis dahin musste der Küster mit den Kindern den Kirchengesang leiten.

1863: Friedrich Carl Georg Sörensen ist Pastor bis 1871.

1869: Am 16. Juni 1869 fand der letzte Kirchenkonvent statt.

 1870: Auf Grund der neuen Kirchenordnung erstmalig Wahl von 15 Kirchenvertretern und dann von 4 Kirchenältesten. Gewählt wurden: Buck, Klein Wesenberg, Heinrich Tidow, Groß Barnitz, Peschkelhoff, Reeke und Kindler, Westerau.

1871: Carl Georg Friedrich Genzken ist Pastor bis 1882.

1879: Unsere Kirchengemeinde gehört zur Propstei Segeberg.

Ruine der alten Kirche nach dem Brand. Der Chorgiebel ist fast identisch mit dem jetztigen.

 

1882: Am 30. April 1882 schlug der Blitz in das unten an der Trave gelegene Fährhaus. Mit ihm wurden die Schule und die alte, auf der Höhe gelegene Kirche ein Opfer der Flammen. Ein starker Sturm machte es den elf angerückten Feuerwehren unmöglich, den wütenden Elementen Herr zu werden.

1883: Ernst Wilhelm Conrad Brodersen ist Pastor bis 1901.

1884: Am 23. März 1884 wurde der Grundstein für die neue Kirche gelegt. Im Dezember 1883 war die Ausführung des Baus für 34.900 Mark an den Reinfelder Baumeister Voss vergeben worden. Mit dem Bau des Schul- und Organistenhauses auf der Pastoratskoppel wurde die selbe Firma beauftragt. Kosten: 15.500 Mark.

Die neue Kirche von 1885. Der Grundriss entspricht fast der alten Kirche. nur der Turm ist das völlig Neue.

 

1885: Am 27. März 1885 wird die neue Kirche eingeweiht. Das Konsistorium für den Holsteinischen Kirchenbau bewilligt am 9. Mai 3.000 Mark für die Herstellung der Kanzel und des Altars. Die neue Orgel liefert die Firma Marcussen und Søhn in Apenrade für 5.000 Mark.

1910: Am 1. April 1910 wird die Ortschaft Groß Wesenberg aus der Reinfelder Gemeinde ausgepfarrt und dem Kirchspiel Klein Wesenberg einverleibt. Diese Tatsache darf wohl auch mit dem Brückenbau zwischen den beiden Dörfern über die Trave in Zusammenhang gebracht werden.

Die Klein Wesenberger Kirche - aufgenommen 1912

 

1911: Der Besitzer der Güter Trenthorst und Wulmenau, Thörl, schenkt der Kirche einen Altar und eine Kanzel.

1913: In der Nacht vom 16. auf den 17. August 1913 wird in der Kirche wertvolles Gerät gestohlen.

1916: An der 2. Kriegsanleihe beteiligt sich die Kirche mit 3.000 Mark, an der 3. und 4. mit je 5.000, an der 5. und 6. mit 5.000 und 19.500 Mark.

1917: Die große Glocke und die 29 vorderen Pfeifen der Orgel werden als Kriegsmaterial abgeliefert.

1920: Pastor Petersen bekleidet sein Amt seit 1902.

1925: Die Kirchengemeinde Hamberge wird mit der Klein Wesenbergs durch Personalunion des Pastors verbunden.

Am 1. November wird Pastor Jürgen Stoldt der Nachfolger von Pastor Wilhelm Wasner eingeführt. Wasner war von 1920 bis 1924 in unserer Gemeinde tätig.

1926: Die Kirchengemeinde Hamberge wird mit 25 % der Dienstzeit vom Klein Wesenberger Pastor mit betreut. 

1931: Am 20. September 1931 werden zwei Kirchenglocken geweiht. Damit ist wieder ein Dreiergeläut vorhanden.

1932: Vom 8. bis 10. Oktober 1932 findet in Klein Wesenberg das Jahresfest für „Kirchliche Musik“ statt – In der Gemeinde wirkt der Bachchor. Zu diesem Fest kommen 3000 Besucher. Es ist ein großes Ereignis.

1938: Pastor Stoldt wird Propst in der Propstei Segeberg.

1939 übernimmt Pastor Gustav Böhmke am 1. Advent sein Amt in unserer Gemeinde und bleibt bis 1951.

1945: Der 2. Weltkrieg hat auch in unserem Kirchspiel viel menschliches Leid hervorgerufen. Der Flüchtlingsstrom aus den Ostgebieten ließ die Gemeinde über einige Jahre stark anwachsen.

1951: Pastor Lolling ist Vakanzvertreter.

Ab 21.10. ist Hellmut Gronau Pastor bis 1956.

1953 wollte die Kirchenvertretung das Pastoratsgebäude wegen seines desolaten Zustandes abreißen lassen. Man einigte sich aber auf umfangreiche Reparaturarbeiten und konnte somit das alte Haus erhalten.

 

 

Der Ehrenfriedhof

 

1954: Der Grabstein des Ritters von Wesenberg, ein altes Denkmal der Kirchengemeinde, wurde vom Friedhof in die Kirche gebracht, um dort vor der Verwitterung geschützt zu sein. Der Friedhof wurde in den letzten Jahrzehnten wiederholt ostwärts erweitert. Am 13. November wird der Ehrenfriedhof eingeweiht.

1956: Am 19. Februar 1956 wird Pastor Gerhard Bredner in sein Amt eingeführt. In seine Amtsperiode fällt die umfangreiche Renovierung der Kirche, die den Innenraum stark verändert.

1962: Am 31. Mai 1962, dem Himmelfahrtstag, wird die renovierte Kirche eingeweiht.

Das Gemeindehaus

 

1965: Nachdem das alte Pastoratgebäude abgerissen war, feiert man am 11. Juni 1965 das Richtfest des neuen Gebäudes.

1974 begibt sich Pastor Bredner in den Ruhestand und Pastor Adolf Lüdemann übernimmt das Amt in unserer Gemeinde.

1980: Am 1. August 1980 kommt Pastor Erhard Warnke zu uns ins Kirchspiel, nachdem Adolf Lüdemann in den Ruhestand gegangen ist.

1981 wird der Kinderspielkreis „Knirpsenland“ gegründet.

1981 wird der Kirchenchor gegründet.

1985: Am 24. März 1985 feiert die Gemeinde das hundertjährige Jubiläum unseres Kirchengebäudes. Dieser Tag ist auch der Anlass für diese Rückschau, die aus dem Material der verschiedensten Quellen zusammengetragen wurde.

zusammengestellt von Ulrich von Papen († 2013), Klein Wesenberg

Pastor Christian Uecker

 

1987: Am 31. August 1987 wechselt Pastor Warnke in eine andere Pfarrstelle. Pastor Christian Uecker wird Pfarrer z.A. (zur Anstellung).

1989: Am 15. Dezember 1989 wird Pastor Christian Uecker in sein Amt als Pastor der Gemeinden Hamberge und Klein Wesenerg eingeführt, nachdem er bereits seit September 1987 tätig war.

1996: Die Orgel in der Klein Wesenberger Kirche ist restaurationsbedürftig. Zu diesem Zweck wird in den Jahren 1994 bis 1996 eine umfangreiche Spendenaktion in Gang gesetzt. Pastor Uecker schreibt einen Kriminalroman mit dem Titel „Wenn der Tod tanzt“ und spendet den Erlös für die Restaurierung der Orgel. Am 22. September wird die restaurierte Orgel in einem Festgottesdienst der Gemeinde übergeben.

Der Kindergarten

 

1997: Am 1. August 1997 wird der Neubau des „Sterntaler-Kindergartens“ der Kirchengemeinde eröffnet. Bereits seit dem 1. August 1996 gab es eine Kindergartengruppe im Gemeindehaus.

1998: Am 1. April 1998 wird Herr Manfred Hoch in sein Amt als Küster eingeführt.

2001: Auf dem Dach des Kindergartens wird eine Solaranlage installiert. Den Erlös erhält in jedem Jahr der Verein „Deutsch-Tasnsanische Partnerschaft“.

2001: Am 11. Juli 2001 wird ein Verein zur Förderung der Kirchenmusik in Klein Wesenberg unter dem Namen „Musik vor Ort“ gegründet.

2004: Nachdem sich die Kirchengemeinden Hamberge, Klein Wesenberg und Zarpen zu der Projektgruppe „KircheAktiv“ zusammengeschlossen haben, wird diese am    August der Öffentlichkeit präsentiert.

2005: Ein Gemeindemitglied hat der Kirchengemeinde das Material für die Bestrahlung der Kirche gespendet. So wird es ab Herbst 2005 möglich, die Kirche abends anzustrahlen.

Das "Lutherfenster" in der Klein Wesenberger Kirche

 

2005: Das 1923 von den Lübecker Künstlern E. Klahn und C. Berkentin gestaltete sogen. Lutherfenster wird renoviert.

2006: Ab April geben die Kirchengemeinden Hamberge, Klein Wesenberg und Zarpen jeden zweiten Monat einen gemeinsamen Gemeindebrief unter dem Titel „Treffpunkt Kirche“ heraus.

2007: Am 14. April 2007 erliegt Pastor Christian Uecker plötzlich und unerwartet einem Herzinfarkt. In einer bewegenden Trauerfeier am 24. April in der Klein Wesenberger Kirche  nehmen die Menschen der Gemeinden Hamberge, Klein Wesenberg und alle, die ihn kannten, Abschied.

Weit über seine Gemeinden hinaus ist Christian Uecker durch seine Kriminalromane bekannt geworden („Wenn der Tod tanzt“, 1994; „Gut – Besser – Tot“, 1995; „Wer einmal brennt“, 1996; „Wer flucht für alle Ewigkeit“, 1996; „Stille Nacht“, 1999; „Treibsand“, 2001 und eine Reisebeschreibung „7 Tage Australien“, 2005).

Pastor Erhard Graf

 

2008: Am 1. Mai 2008 tritt Pastor Erhard Graf sein Amt als Gemeindepastor für die Kirchengemeinden Hamberge mit 25 % der Dienstzeit und Klein Wesenberg  mit 75 % der Dienstzeit an. Am 18. Mai erfolgt in einem Gottesdienst in der Kirche zu Klein Wesenberg die offizielle Amtseinführung.

2008: werden die restlichen Buntglasfenster der Klein Wesenberger Kirche restauriert.

Im Herbst erfolgt die Neugründung des Chores unter der Leitung von Christoph Jacobi.

2009: Im Mai erfolgt die Gründung eines "Kirchenlauftreffs", der sich einmal wöchentlich zum gemeinsamen Laufen trifft. 

Das Obergeschoss des Gemeindehauses wird nach gründlicher Renovierung vom Kirchenkreis an die Kirchengemeinde zurückgegeben. Es ist geeignet für kleine Gruppen (bis 20 Personen), Famlien mit kleineren Kindern, Einzelgäste und Pilger.

Die Klein Wesenberger Kirche heute

 

2011: Am 28. November wird ein „Verein zur Förderung der Kirchensanierung in Klein Wesenberg (Kirchenbauverein) gegründet, nachdem festgestellt worden war, dass eine Sanierung der Kirche mit einem Kostenaufwand von ca. einer halben Million Euro notwendig ist, um Kirchenvorstand und Pastor bei der Mittelbeschaffung zu unterstützen.

2012: Am 15. Januar übernimmt  Irina Rusch die Leitung des Chores.

Am 1. Mai übernimmt der Kirchenkreis die Trägerschaft für den Kindergarten Sterntaler.

In der Zeit vom 05.09. bis 30.11.2012 werden das Dach und die Sandsteinabdeckungen der Kirche saniert. Diese Sanierungsarbeiten werden aus Mitteln der EU nach dem Zukunftsprogramm Ländlicher Raum bezuschusst.

 

Geplant sind folgende weitere Sanierungsarbeiten:

Die Fenster der Südseite der Kirche

Der Vorplatz der Kirche

Am 14. Juni 2015 feiert die Klein Wesenberger Kirche ihr 130jähriges Bestehen mit einem Gemeindefest.