
Die Klein Wesenberger Kirche 1187/97 (?) von Groß Wesenberg aus gesehen1187 erteilte Papst Gregor VIII. der Kirche zur Zeit Abt Rotmars vom Kloster Reinfeld “ein Breve”.
Gregor VIII ist 1187 gestorben., während Abt Rotmar nach M. Clasen 1197 zuerst urkundlich erwähnt wird.
Erste urkundliche Erwähnung der Kirche, sie ist nach Reinfeld die älteste Kirche in Oststormarn.
Zum Kirchspiel gehören: Klein Schenkenberg, der am Weg dorthin gelegene Rittersitz derer von Wesenberg, das Gut Trenthorst, das Lübecker Stiftsdorf Westerau, Heidberg, beide Barnitz und im Osten Reecke, Niendorf samt Moorgarten.
Die Kirche von damals wird beschrieben als aus Ziegeln (nach R. Haupt) errichteter rechteckiger gewölbter Bau mit schönen Malereien an den Wänden.
1189 werden die campi (Felder) Wesenberge, gemeint ist das Gebiet um Groß Wesenberg, als die Besitzungen des Klosters Reinfeld erwähnt.
1251 wird das Dorf Wesenberg mit Ausnahme eines Hofes von dem Kloster Reinfeld erworben.
1330 bezahlte Rusche von Wesenberg dem Bischof von Lübeck eine Gebühr für die Einweihung des Kirchhofes in Steinfeld.
1338 erhält das Kloster Reinfeld das Pastoratsrecht über die Kirche.
1352 verkaufen die Grafen von Holstein Johann und Adolf dem Kloster Reinfeld die Gerichtsbarkeit über Wesenberg.
1369 verschrieb die Familie von Wesenberg den Wesenberger Wald dem Kloster Reinfeld.
1370 ist Gerhard Kirchherr zu Wesenberg.
Aus seiner Zeit stammt der Grabstein des Volrad von Wesenberg, der heute in der Kirche vor dem Altar liegt.
1372: Der Knappe Volrad Wesenberg verkauft das Dorf Trenthorst mit seinen Ländereien, der Wassermühle und dem halben Wald „Ottenlubsch“ für die Summe von 372 Mark an den Lübecker Domherrn Magister Johannes Boytin.
Die auf Pergament geschriebene Urkunde über diesen Verkauf liegt im Landesmuseum in Schleswig und trägt das Datum des 14. März 1372.
Johannes Boytin schenkt Trenthorst mit allen Einkünften und Rechten an Bischof Bertram und das Lübecker Domkapitel „wegen seines, seiner Eltern und des holsteinischen Grafenhauses Seelenheil“.
Die Urkunde trägt das Datum des 1. September 1372 und wurde beglaubigt mit den beiden angehängten Siegeln des Lübecker Bischofs und des Domkapitels.
1392: Grabstein des Volrad von Wesenberg aus gotländischem Kalkstein mit erkennbarem Wappen, eine Pfeilspitze darstellend, liegt jetzt in der Kirche vor der Kanzel.
1447 verkauften die Knappen Gerd Starke und Lüder Rumor dem Abt des Klosters Reinfeld für 375 Mark den sogenannten Hopfenhof in Wesenberg.
1461 kauften der Lübecker Ratsherr Andreas Geverdes und der Gewandschneider Gerd von Lenthe für 1450 Mark vom Knappen Lüder Rumor dessen Dorf Westerau. Von Lenthe gründete eine Vikarie an St. Petri und stattete sie mit Einkünften von Westerau aus. Diese Stiftung besteht, wenn auch in veränderter Form, bis in unsere Zeit.
1480 werden Hinrik von Wetberge und seine Söhne, Domherr Frederic und Gerd von Wetberge erwähnt.
1529: König Friedrich I. konfisziert in der Reformationszeit im Zuge der allgemeinen Säkularisation auch den Besitz Trenthorst, der sich als Vikarie bei St. Johannes in Lübeck befand. Der König machte Trenthorst seinem getreuen Sekretär, dem Magister Hinrich Schulte zum Gnadengeschenk.
1531 kauft Paulus, Abt zu Reinfeld, die Wassermühle zu Kirch-Wesenberg.
1539: Lt. dem Reinfelder Klosteramtsbuch hat in der dem Kloster durch das Patronatsrecht eng verbundenen Kirche zu Klein Wesenberg schon der evangelische Pastor Nicolaus Muth amtiert.
1564: Der Reinfelder Abt Joachim beklagt, dass die „neue Lehre“ sich auch in dem Kirchspiel Klein Wesenberg weiter ausbreite und fester verwurzele.
1586: Die Kirche erhält eine Kanzel.
vor 1600: Pastor Laurentius Knop in Zarpen hat das Amt in der Wesenberger Kirche vikarisch mitverwaltet.
1600: Diederik Nothemann ist „Karkher tho Wesenbarg“.
1619 ist von einem „P. Ehw. Niclay“ als Amtsinhaber die Rede.
1624: Pastor Nicolaus Moth (Noth oder Mothen) klagt in einer von ihm unterzeichneten Akte über den sandigen Boden, beim Ackerland hat er kaum das dritte Korn wieder hereinbekommen, die Pastorenwiesen hatten stark unter den Überschwemmungen der Trave zu leiden.
1633 soll Pastor Moth nach den Akten über Hexenverbrennung des Gutsarchivs Trenthorst, einen alten Mann aus Westerau zum Tode begleitet haben.
1641 ist Pastor Moth gestorben.
1648 fand die erste Kirchenvisitation statt.
1650: unter dem Datum des 7. Mai 1650 steht in den Wochenbüchern des Lübecker Domes folgende Notiz:
„Empfangen für einen alten Stein, so der Herr Pastor nach dem Wesenberge zu einem Taufstein bekommen“.
Nach Professor D. Bruns, Lübeck, handelt es sich bei diesem von uns heute noch benutzten Taufstein um denselben, der schon zur Zeit Bischof Gerolds von Lübeck (1163) im Dom stand.
1653: Nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges, der auch unserem Kirchspiel – so im Jahre 1643 – durch die Schwedentruppen unter Bernhard Torstenson hart zusetzte, wurde die baufällige Kirche unter dem Plöner Herzog Joachim Ernst durch Umbau stark verändert. Die Altarplatte der alten Kirche aus gotländischem Stein, wurde nicht mit in die restaurierte Kirche übernommen.
1655 stirbt Pastor Martinus Jacobi, Nachfolger des Nicolaus Moth.
1659 stirbt der Küster und Schulhalter Andreas Ertmann.
1662 überließ Herzog Joachim Ernst von Holstein-Plön Rethwisch seiner Schwester Eleonore, deren Kammerfrau die Witwe des Wesenberger Pastors Moth war. Die Prinzessin Eleonore ließ hier ein großes, aber nicht dauerhaftes Schloss aus Fachwerk erbauen.
1669: Nach dem Tode Eleonores fiel Rethwisch an Herzog Joachim Ernst zurück.
1671: Als Joachim Ernst starb, erbte Rethwisch und die damals „Reinfeldischen Dörfer“ Klein Wesenberg mit dem Kirchenpatronat Klein Schenkenberg, Benstaben und Meddewade sein dritter Sohn Ernst der Jüngere. So entstand durch diese Verfügung ein dem späteren Amte Rethwisch entsprechender Besitz unter einer von Holstein-Plön abgeteilten Herzoglinie, deren Mitglieder sich von Holstein-Rethwisch nannten und die bis 1729 bestanden hat.
1672 war Hinrich Brickls Küster und Schulhalter.
1673: Am 17. Juli 1673 wurde Franz Grabau, der seit 43 Jahren auf Trenthorst bei den Wetkens in Diensten stand, wegen Diebstahls und „sodomitischer Sünde“ mit einem „Schridderholz restlich gewürget“ und hernach verbrannt. „Er blieb fein beständig im Glauben bis ans Ende“ (Kirchenbuch).
1674: Erbherr Thomas Wetken auf Trenthorst, Wulmenau und Klein Schenkenberg ließ die aus dem Jahre 1586 stammende schlichte Kanzel reparieren.
Die Kirchenuhr wurde von einem Lübecker Uhrmacher für ein jährliches Uhrgeld von 5 Mark lübsch beaufsichtigt.
1675: Die Kirche erhält von Herzog Hans Adolf das noch erhaltene Kruzifix.
1680 stirbt Pastor Simon Celius. Er war der Nachfolger des Martinus Jacobi und verheiratet mit der Französin Maria Crique.
1691: Der Nachfolger des Simon Celius, der Pastor Martinus Lange ist gestorben.
1692: Ab 7. Juni 1692 datieren die ersten Kirchenrechnungen.
Aus der Kirchenkasse wurden unterstützt: ein abgebrannter Mann, eine arme Priesterwitwe, ein reisender Studiosus, ein von den Franzosen vertriebener Exulant, ein aus Schlesien wegen der Religion Vertriebener, ein vertriebener Prediger aus dem Elsaß und ein armer vertriebener Schulmeister mit seiner Frau und fünf kleinen Kindern.
1693: Pastor Tablowski gibt Auskunft über seine damaligen Einkünfte. Er hatte jährlich zwei gemeine Sammlungen aus dem Kirchspiel zu Michaelis und zu Ostern. Ferner hatte er drei Kühe und jeder Hufner musste ihm eine Mettwurst liefern. Für Amtshandlungen waren bestimmte Gebühren festgesetzt.
1694: Am 15. Januar 1694 ist Anna Meintzen, eine alte Frau von Barghorst, „da sie bei Albert Möller zu Klein Barnitz gekommen und daselbst gestorben, ohne Gesang und Glockengeläut auf der „Elenden Seite“ des Kirchhofes begraben, weil sei der Zauberei bezichtigt und deshalb von Barghorst verjagt wurde“.
1696: Der Kirchenblock wurde bestohlen. Da der Block in eineinhalb Jahren nicht geöffnet worden war, betrug die Beute des Diebes vermutlich über 100 Mark.
Aus den Kirchenrechnungen ist ersichtlich, dass damals auch innerhalb der Kirche begraben wurde.
1699: Am 6. Mai 1699 ist Paul Frank, des Herrn von Wethen Vogt auf dem Wesenberger Hof, gebürtig von Lensahn, wegen Bigamie zu Trenthorst enthauptet worden. Sein Körper liegt auf der „Elenden Seite“ des Kirchhofes begraben.
1700: Im „Nordischen Krieg“ besetzten die Alliierten Truppen der Schweden und Braunschweig-Lüneburger auch die Orte unseres Kirchspieles und trafen hier auf unerwarteten Widerstand der einheimischen Bevölkerung. Davon kündet ein Schreiben des Herzogs zu Braunschweig und Lüneburg an die Wickede zu Moisling vom 8. Juli 1700.
1716 ist Pastor Georgius Janentzky gestorben. Als Nachfolger setzte der Herzog Joachim Friedrich den Pastor Detlef Friedrich Clasen von Gnissau nach Wesenberg. Clasen ging später nach Schleswig.
1722 setzte der König den Prediger Johann Peyer aus Segeberg in die Wesenberger Kirche, ohne den Herzog zu befragen. Das Patronat der Kirche gehörte dem Herzog von Holstein-Rethwisch.
1736: Dem Küster und Lehrer Joachim Greve ist auch die Kirchenrechnung übertragen, „wogegen er jährlich zwei Reichstaler zu genießen hat“. Mit der Genehmigung des Konvents ließ der damalige Pastor (Hieronymus Thyben, Pastor bis 1747 lt. Pastor Bredner), auf eigene Kosten eine Pastoratsscheune bauen.
Bau einer Küserei. Die Ausführung wurde dem Zimmermeister Johann Lorenz Petersen für 2000 Rthlr. übertragen.
1741: Bei der jedes zweite Jahr stattfindenden Kirchenvisitation betrug die Schülerzahl 60. Nach der Visitation empfingen die sich eingestellten Kinder und der Schulmeister das ihnen zur „Ergötzung ausgesetzte Geld“ 1 bzw. 3 Mark lübsch.
1748 ist Pastor Claus Friedrich Hanssen im Amt (lt. Pastor Bredner mit dem Vorbehalt ca.)
1774 ist Pastor Gerhard Noadt im Amt (lt. Pastor Bredner mit dem Vorbehalt ca.)
1779 finden wir bei einer Vernachtung den Namen Gerichts- und Kirchhofskoppel. Pastor Asmus Ibekken ist im Amt (lt. Pastor Bredner mit dem Vorbehalt ca.)
1784: Es wird ein Pastorat erbaut, der Baubeginn ist der 12. Juni 1784.
1787: Die Kirche hatte drei Legate (Vermächtnisse). Das Ernestinenlegat war von der Plönschen Herzogin Ernestine für die Armen des Amtes Rethwisch gestiftet worden. Das Gaedische Legat aus Groß Barnitz in Höhe von 600 Mark und das Denckersche Legat, vermacht von Johann Friedrich Denker, Eigentümer auf dem Erbnachthofe Tralauerholz im Königlichen Amte Rethwisch, 120 Mark groß. Beide Kapitalien wurden 1843 in einen Kirchenkanon umgewandelt, dessen Zinsen zur Beschaffung von Schulbüchern für arme Schulkinder in der Klein Wesenberger Schule verwandt wurde.
1790: Am 10. Mai 1790 wurde der im Amtshause in Traventhal beschäftigte Schreiber Johann Gottlieb Kraichen aus Zeitz zum Küster und Schulhalter in Klein Wesenberg ernannt.
1792 Das gesamte Kirchengerät wurde bei einem Einbruch ins Pastorat gestohlen.
1797: Friedrich Otto Stricker ist Pastor seit 1781.
1806: Durchziehende schwedische Kriegsvölker verursachen erhebliche Unruhe im Kirchspiel.
1808: Thomas Hinrich Jebe ist Pastor seit 1797.
1813: Zur Zeit des Nicolaus Brodersen, Pastor bis 1842, halten sich französische Soldaten, die aus Lübeck vertrieben waren, in unserem Kirchspiel auf.
1824: Der Umbau des Küsterhauses wurde so unzureichend ausgeführt, dass einige Jahre später erneut ein Um- und Anbau durch den Zimmermann Schumacher aus Klein Wesenberg erfolgen musste. Die Kosten betrugen 4191 Mark.
1839: Die Kirchenkasse beteiligt sich mit 5 Mark jährlich an der Klein Wesenberger Schülerbibliothek.
1843: August Hinrich Decker ist Pastor bis 1863.
1845: Am 1. Februar 1845 genehmigt die schleswig-holsteinische Regierung auf Gottorf das Regulativ für den Friedhof.
1853 wird beschlossen, eine neue Küsterwohnung und ein „Schullokal“ zu bauen. Die Ausführung erfolgte zwei Jahre später. Das Schulhaus stand auf einer Terrasse am Nordhang des Kirchberges. Der Grund gehörte zum Pastoratsland.
1856: Die jeweiligen Geistlichen wurden vom König präsentiert. Curiatstimmen hatten der König 2 Stimmen, die Stadt Lübeck und die Güter Niendorf und Trenthorst je 1 Stimme.
Eingepfarrt waren: Groß Barnitz mit Spackmühle (Drahtmühle), Klein Barnitz, Heidberg, Klein Schenkenberg, Klein Wesenberg, das Gut und das Dorf Reeke mit Reeker Heide, Rathberg, Sandkrug, Rennsahl. Vom Gut Niendorf: Moorgarten, Wacholderkrug, das Gut Trenthorst mit dem Dorf Trenthorst, Fiefhusen und das Lübsche Stiftsdorf Westerau.
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