
 Liebe Gemeindebriefleser, Herbst ist es geworden. Nach einem verregneten und kühlen Sommer nun doch noch einmal die Sonne wärmend auf der Haut fühlen, sich noch einmal bei einem Spaziergang durch den Wald, der sich bunt zu färben beginnt, an ihren Strahlen erfreuen. Leise raschelnd fallen die Blatter von den Bäumen und Sträuchern. Wir spüren, wie die Natur unwiederbringlich ihrem Ende entgegen geht. Nur eine kurze Zeit noch, dann werden die letzten schönen Tage vorüber sein. Nebel, Grau, nasskaltes Nieselwetter werden dann vorherrschen. Auch unsere Gefühle werden gehalten, werden von der Düsternis, die uns von außen umgibt. Wir können ihr nicht entfliehen, haben manchmal die Angst, als wolle sie sich unserer ganz und gar bemächtigen. Gedanken von Endlichkeit und Tod stellen sich ein, kehren immer wieder, lassen sich nicht vertreiben. Sie passen in diese Zeit, da alles dem Ende zustrebt. Volkstrauertag, Totensonntag, die Tage, die in besonderer Weise zum Nachdenken über den Tod anregen sollen, werden am Ende des Kirchenjahres begangen. Und es ist gut, dass wir des Todes, der Vergänglichkeit gedenken sollen, dass wir ihnen einen Stellenwert im Leben zumessen. Denn der Tod ist nun einmal Wirklichkeit, doch wir möchten ihn am liebsten aus unserem Leben ausschließen. Das aber gibt ihm die Macht über uns. Denn tief im Inneren weiß unsere Seele, dass er unweigerlich kommen wird - auch zu uns, aber zugleich weigert sich der Verstand, dieses zu akzeptieren. Nur in der Anerkenntnis des Todes werden wir bewusst und zufrieden leben können. In der Bibel, im 90. Psalm heißt es: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, damit wir klug werden.“ Klug werden, wenn wir das Sterben mit in unser Leben einbeziehen. Wie schwer ist das doch. Aber wir sind nicht alleine gelassen in unseren Gedanken, auch wenn wir glaubten, mit dem Tode sei alles vorbei. Der Tod ist das Ende irdischen Lebens, gewiss, aber er ist nicht das Ende. Der Dichter Rainer Maria Rilke hat es so formuliert: Die Blätter fallen, fallen wie von weit, als welkten in den Himmel ferne Gärten; sie fallen mit verneinender Gebärde: Und in den Nächten fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit. Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. Und sieh dir andre an: es ist in allen. Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält. Eine besinnliche Zeit wünscht Ihnen Zeit wünscht Ihnen Ihr Dietmar Sprung, Pastor
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