Feierliche Eröffnung der norddeutschen Pilgerwege in St. Jakobi

Im Beisein des Hansevolkes und zahlreicher Pilger überreicht Edgar Nagy Pastorin Kathrin Jedeck seinen Pilgerstab. Foto Cosima KünzelVON COSIMA KÜNZEL
Mit einer feierlichen Pilgerandacht und einem umfangreichen Festprogramm sind in St. Jakobi die "Wege der Jakobspilger in Norddeutschland" eröffnet worden. 1m Beisein von Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer sowie Pröpstin Frauke Eiben vom Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg begrüßte Pastorin Kathrin Jedeck zahlreiche Gäste in der "Kirche der Seefahrer und Pilger".
Pilgerschaft ist ein Kennzeichen des Christentums", sagte die Pastorin und äußerte sich erfreut darüber, dass die Pilger ein öffentliches Zeichen dafür setzten, glaubend miteinander unterwegs zu sein. "Wie gut, dass es solche Zeichen gibt inmitten einer Welt und Gesellschaft, in der die Wirklichkeit Gottes unter uns oft so verborgen bleibt. "
Und so freute sich die Pastorin auch über die Pilgerstäbe, die ihr als sichtbare Zeichen von den Pilgern überreicht wurden. Außerdem schenkte ihr Fred Hasselbach von der Deutschen St. Jakobus-Gesellschaft eine Jakobsmuschel in Kettenform. "Als das Symbol der Jakobspilger und als Dank dafür, dass sie in dieser Kirche so gut aufgenommen sind", sagte Hasselbach im Beisein des Präsidenten der Gesellschaft, Dr. Robert Plötz.
Hasselbach hat als Nachfolger von Bernhard Weber die Idee von der Wiederbelebung der drei Jakobswege für Norddeutschland weiterverfolgt. Seit Mai 2005 haben zehn Arbeitskreise die alten Spuren aufgearbeitet, so dass nun die Eröffnung der Via Baltica, der Via Jutlandica und der Via Scandinavica gefeiert werden kann. Hinzukommen die Verbindungsstrecken Baltisch - Mitteldeutscher Weg und Internationaler Stand. Insgesamt umfassen sie eine Länge von 1600 Kilometern. "Das entspricht etwa der Strecke von hier bis nach Rom", so Hasselbach.
Pröpstin Frauke Eiben betonte, dass die Jakobikirche schon in Hansezeiten ein wichtiger Knotenpunkt für Pilger gewesen sei. "Ein Ort, um Einkehr zu halten und die Seele zu stärken." Sie selbst sei noch nie gepilgert, fühle sich aber besonders angesprochen von dem Satz Johann Gottfried Seumes, der geschrieben habe: "Vieles würde besser gehen, wenn man mehr ginge. "
Als Schirmherrin der Veranstaltung erläuterte Stadtpräsidentin Schopenhauer die Historie der mittelalterlichen Jakobspilger und stellte einen Bezug zur Gegenwart her. "Es scheint, dass der Mensch des 21. Jahrhunderts ganz bewusst die Langsamkeit wieder entdecken möchte, um verändert in seinen Alltag zurückkehren zu können." In diesem Sinne wünschte sie den Anwesenden "viele Anregungen" und Freude an dem nachfolgenden Programm aus Vorträgen, Infoständen, Tanz, Spaziergängen und vielem mehr.
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