
 Bei Gott möglich
VON PASTOR ERHARD GRAF, KLEIN WESENBERG UND HAMBERGE
Für viele Menschen ist die Zeitungslektüre eine wichtige und beliebte Tagesbeschäftigung. Mit einem Abo steckt fast jeden Morgen zum Frühstück die aktuelle Ausgabe im Briefkasten. Die erste Zeitung der Welt erschien vor über 400 Jahren in Straßburg. Johann Carolus, der Sohn eines elsässischen Pastors war ihr Herausgeber. Doch nur wenige Menschen konnten sich diesen teuren Luxus damals leisten. Viele Jahrzehnte später wurde in dem kleinen Ort Herrnhut im Erzgebirge eine „Losung“ für den nächsten Tag in die Häuser getragen. Es ist der selbe Ort, in dem die zur Advents- und Weihnachtszeit so beliebten Herrnhuter Sterne noch heute hergestellt werden. Aus den Tageslosungen entstand 1731 das erste Losungsbüchlein, das sich jeder, der des Lesens kundig war, als Lektüre leisten konnte.
Seither sind die „Losungen“ ununterbrochen erschienen. Wie der Name aussagt, werden einzelne Sätze auf kleine Loszettel geschrieben und für ein ganzes Jahr wie bei einer Tombola für jeden Tag ausgelost. So entsteht eine zufällige Zusammenstellung aufbauender Worte aus der Bibel. Über das neue Jahr 2009 steht der Satz: „Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich“ als Jahreslosung. Nachzulesen im Lukas-Evangelium Kapitel 18, Vers 27. Heute werden die „Losungen“ von der Herrnhuter Brüdergemeinde, einer evangelischen Freikirche, zusammengestellt. Sie verbinden Menschen aus verschiedenen Ländern und Glaubensvorstellungen. Die Losungsbüchlein erscheinen in etwa 50 Sprachen und sind über Internetauftritte am PC zu lesen. Auf meinem Laptop werde ich über die Startseite an die jeweilige Tageslosung erinnert und mache so immer wieder gute Erfahrungen mit den aufbauenden Worten aus der Bibel. Angesichts der Krisenstimmung in Wirtschaft und Politik ist die Jahreslosung für 2009 ein hoffnungsvoller Kontrast, der an jedem Tag des Jahres neu zutrifft, denn was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich.
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