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Eingestellt am: 29.11.2011

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04.01.2009: Wege zu Luther - Ein Reisebericht


Im Jahre 1898 wurde dieses Luther-Denkmal in Eisenach enthüllt. Es erinnert daran, dass der junge Martin Luther in Eisenach studiert hat, dort dem Augustinerkloster beigetreten ist und im Dom zum Priester geweiht wurde. (Foto Graf)

Mit Pastor Erhard Graf besuchten 16 Gemeindemitglieder die Stätten der Reformation

 

Von Peter Schick

 

HAMBERGE - Einmal im Erfurter Augustinerkloster übernachten, einmal die gleichen Wege gehen, die der Student und spätere Mönch Martinus durch die Altstadt von Erfurt lief, und einmal auf der Wartburg in jenem Raum stehen, wo der Theologieprofessor und Kirchenrebell Luther mit seiner Übersetzung des Neuen Testamentes begann. Eingeladen wurden wir, die Gemeindemitglieder der Kirchengemeinden Klein Wesenberg und Hamberge, dazu in unserem Gemeindebrief.

 

Sechzehn Neugierige machten sich mit unserem Pastor Erhard Graf auf die Reise. Er selbst hatte viele Jahre an jenen historisch geprägten Stätten gelebt und gearbeitet. Nach dem gemeinsamen Abendessen ging es bei einer nächtlichen Stadtführung durch die Erfurter Gassen, Wege und Plätze, an denen die Zeit fast still stand. Hajo Laaß, ein alter Bekannter unseres Reiseleiters, hatte sich in ein Pilgergewand gekleidet und ließ in seinen Erzählungen die historischen Ereignisse lebendig werden.

 

Am nächsten Morgen lernten wir die mittelalterliche Stadt bei Tageslicht kennen. Vom Petersberg ergab sich nachmittags ein beeindruckender Ausblick über den Domplatz bis weit an den Horizont mit dem Glockenturm des Lagers Buchenwald auf dem Ettersberg im Osten und den Höhenzügen des Thüringer Waldes im Süden.

 

Am Dienstag durchstreiften wir mit einem klugen Gelehrten das Augustiner- und das Predigerkloster. Auf dem Weg kamen wir an der alten Synagoge vorbei, die im kommenden Jahr mit einer Dauerausstellung neu eröffnet wird. Am Abend konnten im Rahmen einer Buchlesung ein Teil der Innenräume sowie die Fotos eines jüdischen Schatzes aus dem 14. Jahrhundert bereits angesehen werden.

 

Nach einem letzen Frühstück im Kloster fuhren wir mit der Bahn nach Eisenach. Ein Pendelbus brachte uns auf die Wartburg. Der eisige Wind ließ ahnen, wie es dem Junker Jörg hier oben ergangen sein mag. Die Sicht über den Rennsteig war noch Wolken verhangen. Das Burgmuseum war so interessant, dass einige von uns fast den Bus zurück in die Stadt verpasst hätten.

 

Auf dem Rückweg gingen wir noch am Lutherhaus vorbei. Für die Ausstellung zur Geschichte des evangelischen Pfarrhauses im Lutherhaus reichte leider unsere Zeit nicht mehr. Wir wären auch noch gern weiter nach Eisleben und Wittenberg gefahren. Vielleicht im nächsten Jahr auf neuen Wegen zu Luther.

 

aus: "Die Nordelbische" vom 04.01.2009