
 KircheAktiv war von 2004 bis 2008 ein Projekt der Kirchengemeinden Hamberge, Klein Wesenberg und Zarpen
Die Nordelbische Evangelische Kirche (NEK) steuert auf eine Finanzkrise ungeahnten Ausmaßes zu. Man will dieser Krise begegnen, indem man den Gemeinden, Diensten und Werken in den nächsten Jahren sehr viel weniger Finanzmittel zuweist. Und diese müssten dann sehen, wie sie damit zurecht kommen. Damit wird es überall in der NEK zu drastischen Veränderungen der Arbeit kommen. Doch engagierte Mitglieder der Kirchengemeinden Hamberge, Klein Wesenberg und Zarpen vor den Toren Lübecks sind der Meinung, dass man nicht nur darüber nachdenken muss, welche Arbeitsgebiete eingestellt werden müssen, sondern auch darüber, wie man zusätzliche Einnahmequellen erschließen kann. Sie hatten die Vision, ihre Kirchengemeinden starten einige ungewöhnliche Aktionen, die man einer Kirchengemeinde gar nicht zutraut, um eine Million € einzunehmen und sie so anzulegen, dass mit den Zinsen von jährlich ca. 50.000 € die Finanzlöcher ihrer Gemeinden geschlossen werden können. Sie schlossen sich deshalb zu einer Aktionsgemeinschaft unter dem Namen KircheAktiv zusammen und führten in den Jahren 2004 bis 2008 gemeinsam die unterschiedlichsten Projekte durch.
In einer Presseerklärung über die Gründung von KircheAktiv vom August 2004 heißt es dazu:
„Wir, die Kirchengemeinden Klein Wesenberg, Hamberge und Zarpen haben beschlossen, die Finanzkrise unserer Kirche und damit auch unserer Kirchengemeinden als Herausforderung zum Gemeindeaufbau zu betrachten. Wir werden keine Leistungen kürzen oder Stellen streichen, sondern zusätzliche Gelder einnehmen. Dies wird dadurch geschehen, dass wir mit Kreativität und Witz uns (neue) Dinge ausdenken, für die Menschen, welche mit Freude bereit sind, Geld zu bezahlen. Innerhalb der nächsten Jahre wollen wir möglichst viele Einnahmen erzielen, vielleicht sogar eine Million Euro, um mit den Zinseinnahmen die Haushalte unserer drei Gemeinden dauerhaft zu sichern und es den Gemeinden zu ermöglichen, die Krise hinter sich zu lassen.
Damit dieses Ziel gelingt, haben wir in Gemeindeversammlungen Mitglieder unserer Gemeinden um Mitarbeit gebeten. Über 100 Menschen haben sich bereit gefunden, ihre Phantasie, ihre Ideen und einen Teil ihrer Zeit in den Dienst ihrer Kirche zu stellen. Diese Menschen sind in Arbeitsgruppen organisiert. Zusätzlich zu den Arbeitsgruppen wurde eine Gesamtprojektleitung mit je zwei Mitgliedern aus jeder der drei Gemeinden etabliert. Der Projektleitung obliegt die Aufgabe der Koordination, des Konfliktmanagements und der Öffentlichkeitsarbeit. Begleitet wird das Gesamtprojekt von einem ausgebildeten Kommunikationsfachmann. Die Arbeitsgruppen haben Ideen entwickelt, mit denen Gelder eingenommen werden können. Als Regel gilt, dass normale kirchliche Dienste als Einnahmequelle ausgeschlossen sind (keine Glockengebühr, kein Chorgeld) und dass die Werte unseres Glaubens gewahrt bleiben müssen. Die Ideen, die zur Zeit bedacht werden, sind sehr unterschiedlich, sie reichen von eher traditionellen Konzepten wie einem Weihnachtsmarkt, einer über 1000 Kilometer langen Pilgerreise bis hin zu einem internationalen Internet-Gewinnspiel.
Schon jetzt zeigt sich, dass das Projekt völlig unabhängig von den eventuellen Einnahmen einen großen Beitrag zum Gemeindeaufbau leistet. Viele Menschen, die bisher wenig mit Kirche zu tun hatten, engagieren sich nun. Die drei Gemeinden, die bisher eher nebeneinander gelebt haben, bewegen sich aufeinander zu. Und vor allem: Statt mit depressiven Gedanken Kirche zu gestalten, ist in unseren Gemeinden eine Aufbruchstimmung zu bemerken.“
Die Koordinierung aller Aktivitäten von KircheAktiv erfolgte
durch die Projektleitung "Mission Control".
Dieser gehörten an:
Pastor Christian Uecker, Hamberge
Angelika Iken, Hamberge
Oliver Schirk, Klein Wesenberg
Henning Busch, Groß Wesenberg
Pastorin Martina Ulrich, Zarpen
Klaus Delfs, Zarpen
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