Nachrichten

Verein zur Förderung der Kirchensanierung in Klein Wesenberg (Kirchenbauverein) gegründet
Eingestellt am: 29.11.2011

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Gottesdienste

12.02.12 10:00 Uhr: Gottesdienst

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Veranstaltungen

13.02.12: Kinderbibelwoche des Kindergartens Hamberge

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Spendenprojekte

Die aktuellen Spendenprojekte der Kirchengemeinde Klein Wesenberg

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Spaziergang durch Nordelbien:

Nordelbien Webring

Mitglieder im Webring

Informationen über KircheAktiv


KircheAktiv war von 2004 bis 2008 ein Projekt der Kirchengemeinden Hamberge, Klein Wesenberg und Zarpen

Die Nordelbische Evangelische Kirche (NEK) steuert auf eine Finanzkrise ungeahnten Ausmaßes zu. Man will dieser Krise begegnen, indem man den Gemeinden, Diensten und Werken in den nächsten Jahren sehr viel weniger Finanzmittel zuweist. Und diese müssten dann sehen, wie sie damit zurecht kommen. Damit wird es überall in der NEK zu drastischen Veränderungen der Arbeit kommen. Doch engagierte Mitglieder der Kirchengemeinden Hamberge, Klein Wesenberg und Zarpen vor den Toren Lübecks sind der Meinung, dass man nicht nur darüber nachdenken muss, welche Arbeitsgebiete eingestellt werden müssen, sondern auch darüber, wie man zusätzliche Einnahmequellen erschließen kann. Sie hatten die Vision, ihre Kirchengemeinden starten einige ungewöhnliche Aktionen, die man einer Kirchengemeinde gar nicht zutraut, um eine Million € einzunehmen und sie so anzulegen, dass mit den Zinsen von jährlich ca. 50.000 € die Finanzlöcher ihrer Gemeinden geschlossen werden können. Sie schlossen sich deshalb zu einer Aktionsgemeinschaft unter dem Namen KircheAktiv zusammen und führten in den Jahren 2004  bis 2008 gemeinsam die unterschiedlichsten Projekte durch.

 

In einer Presseerklärung über die Gründung von KircheAktiv vom August 2004 heißt es dazu:

 

„Wir, die Kirchengemeinden Klein Wesenberg, Hamberge und Zarpen haben beschlossen, die Finanzkrise unserer Kirche und damit auch unserer Kirchengemeinden als Herausforderung zum Gemeindeaufbau zu betrachten. Wir werden keine Leistungen kürzen oder Stellen streichen, sondern zusätzliche Gelder einnehmen. Dies wird dadurch geschehen, dass wir mit Kreativität und Witz uns (neue) Dinge ausdenken, für die Menschen, welche mit Freude bereit sind, Geld zu bezahlen. Innerhalb der nächsten Jahre wollen wir möglichst viele Einnahmen erzielen, vielleicht sogar eine Million Euro, um mit den Zinseinnahmen die Haushalte unserer drei Gemeinden dauerhaft zu sichern und es den Gemeinden zu ermöglichen, die Krise hinter sich zu lassen.

Damit dieses Ziel gelingt, haben wir in Gemeindeversammlungen Mitglieder unserer Gemeinden um Mitarbeit gebeten. Über 100 Menschen haben sich bereit gefunden, ihre Phantasie, ihre Ideen und einen Teil ihrer Zeit in den Dienst ihrer Kirche zu stellen. Diese Menschen sind in Arbeitsgruppen organisiert. Zusätzlich zu den Arbeitsgruppen wurde eine Gesamtprojektleitung mit je zwei Mitgliedern aus jeder der drei Gemeinden etabliert. Der Projektleitung obliegt die Aufgabe der Koordination, des Konfliktmanagements und der Öffentlichkeitsarbeit. Begleitet wird das Gesamtprojekt von einem ausgebildeten Kommunikationsfachmann. Die Arbeitsgruppen haben Ideen entwickelt, mit denen Gelder eingenommen werden können. Als Regel gilt, dass normale kirchliche Dienste als Einnahmequelle ausgeschlossen sind (keine Glockengebühr, kein Chorgeld) und dass die Werte unseres Glaubens gewahrt bleiben müssen. Die Ideen, die zur Zeit bedacht werden, sind sehr unterschiedlich, sie reichen von eher traditionellen Konzepten wie einem Weihnachtsmarkt, einer über 1000 Kilometer langen Pilgerreise bis hin zu einem internationalen Internet-Gewinnspiel.

Schon jetzt zeigt sich, dass das Projekt völlig unabhängig von den eventuellen Einnahmen einen großen Beitrag zum Gemeindeaufbau leistet. Viele Menschen, die bisher wenig mit Kirche zu tun hatten, engagieren sich nun. Die drei Gemeinden, die bisher eher nebeneinander gelebt haben, bewegen sich aufeinander zu. Und vor allem: Statt mit depressiven Gedanken Kirche zu gestalten, ist in unseren Gemeinden eine Aufbruchstimmung zu bemerken.“

 

 

 

 

Die Koordinierung aller Aktivitäten von KircheAktiv erfolgte

durch die Projektleitung "Mission Control".

Dieser gehörten an:

    

      Pastor Christian Uecker, Hamberge

     Angelika Iken, Hamberge

     Oliver Schirk, Klein Wesenberg

     Henning Busch, Groß Wesenberg

     Pastorin Martina Ulrich, Zarpen

     Klaus Delfs, Zarpen

      

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 4. November 2008 schrieb die Projektleitung von KircheAktiv:

 

Liebe Freunde von KircheAktiv

KircheAktiv startete 2004 mit dem Ziel, Gelder einzunehmen, um der drohenden Entlassung von Mitarbeitern unserer Kirchengemeinden entgegen zu wirken. Eine Million Euro wollten wir einnehmen und auf dem Weg dorthin die Kirchengemeinden Klein Wesenberg, Zarpen und Hamberge zusammenbringen. In einer der Eröffnungsreden sagte Christian Uecker damals, dass selbst, wenn wir das Ziel der einen Million nicht erreichen würden, doch der Weg das Ziel sei. Dieser Weg nun war wirklich erfolgreich. Es gab tolle Projekte als Beispiel für Kirchengemeinde-übergreifende Zusammenarbeit. Mit dem Fehlen unseres Motors,  Christian Uecker, sehen wir, die Leitungsgruppe (Mission Control) nun wirklich das Ende von KircheAktiv gekommen. KircheAktiv war von vornherein zeitlich begrenzt und ist doch viel länger, als die geplanten zwei Jahre gelaufen. So wird das Konzert der Reinfelder Band "Still Crazy" am 14.11.2008 um 19:30 Uhr in der Zarpener Kirche gleichzeitig die Abschlussveranstaltung von KircheAktiv darstellen. Wir möchten alle, die für KircheAktiv tätig waren, unsere Aktionen besucht und die Idee von KircheAktiv unterstützt haben, herzlich zu diesem Konzert einladen und freuen uns auf ein Wiedersehen!

 

KircheAktiv

Projektleitung

MartinaUlrich,

Klaus Delfs,

Henning Busch,

Oliver Schirck,

Angelika Iken 

Die Einnahmen von KircheAktiv werden mit Rechnungsschluss vom 31.12.08 auf alle drei Kirchengemeinden gleichmäßig verteilt. Wie Anfangs in den Statuten festgelegt wurde, dürfen die Zinsen des Ertrags verwendet werden, um außergewöhnliche Personalkosten zu decken (z.B. für einen Kirchenmusiker oder für die Fachkraft für einen Gitarrenkurs u.a.)

KircheAktiv sagt Adieu

KLEIN WESENBERG / HAMBERGE / ZARPEN - Für den 14. November lädt KircheAktiv zu einem Konzert in die Kirche Zarpen mit der Reinfelder Band „Still Crazy“ ein - der Abend ab 19.30 Uhr ist eine Abschlussveranstaltung. Die Aktionsgemeinschaft der drei Kirchengemeinden beendet damit ihre Aktivitäten, mit denen es in Zeiten knapper Kirchensteuern gelang, Extra-Geld einzunehmen. Ohne den verstorbenen Gründer und Motor Pastor Christian Uecker waren die vielen ehrenamtlichen Helfer an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit gelangt. Die Projektleitung „Mission Control“ sieht das Konzert auch als Dank an die Unterstützer „Still Crazy“ gehörte stets dazu. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird - ein letztes Mal für KircheAktiv - gebeten. jw

aus: "Lübecker Nachrichten" vom 05.11.2008

KircheAktiv: Der Weg ist das Ziel


Erklären KircheAktiv für beendet: Die Projektleitung mit Angelika Iken, Henning Busch (vorn) Klaus Delfs (h.li.) und Oliver Schirk. Es feht die erkrankte Pastorin Martina Ulrich (Fotos JW)

23 Veranstaltungen der besonderen Art haben seit 2004 stattgefunden, wenn das Projekt KircheAktiv zum Jahresschluss endet. Millionär sind die Kirchengemeinden nicht geworden, aber reich an beglückenden Erlebnissen.

 

von Brigitte Judex-Wenzel

 

KLEIN WESENBERG / ZARPEN / HAMBEBGE  Eine gewisse Traurigkeit ist zu spüren bei „Mission Control“, wie die Projektleitung von KircheAktiv oft genannt worden ist. So, wie sie voriges Jahr sagten, „wir machen in seinem Sinne weiter“, sind Angelika Iken (Hamberge), Pastorin Martina Ulrich (Zarpen), Klaus Delfs (Zarpen), Henning Busch (Klein Wesenberg) und Oliver Schirk (Klein Wesenberg) jetzt zu der Erkenntnis gekommen, dass es ohne den im April 2007 überraschend verstorbenen Klein Wesenberger und Hamberger Pastor Christian Uecker nicht geht.

„Er war der Motor. Er hielt die Fäden in der Hand. Er verfügte über ungeahnte Connections“ ‚ sagt Angelika Iken. In welchem Ausmaß, sei erst allmählich spürbar geworden. Jetzt ist klar, dass das „Millionenspiel Atlantikschwimmer“ ohne Uecker nicht mehr zu realisieren ist.

Als die Finanzkrise über Nordelbien hereinbrach, war seine Antwort das Projekt KircheAktiv. Er schaffte es, Dutzende, ja Hunderte Ehrenamtliche in den Kirchengemeinden Klein Wesenberg, Hamberge und Zarpen zu begeistern, für einen begrenzten Zeitraum von zwei Jahren bei besonderen Veranstaltungen mitzuarbeiten, für die Menschen dann gern Geld ausgeben.

Eine scheinbar verquere Idee, „die die Kirchenleitung anfangs kritisch sah“, wie Oliver Schirk mit Betonung auf anfangs feststellt. Doch die Idee überzeugte, riss auch Menschen mit, die sonst nur zu Weihnachten in die Kirche gehen oder nicht einmal Kirchenmitglied sind. Denn: Das Ziel war, drohende Entlassungen von Mitarbeitern zu verhindern.

Christian Uecker war überzeugt, dass sich mit einem Internet-Gewlnnspiel sogar eine Million Euro einnehmen Iieße, so dass allein die Zinsen von den Finanzsorgen befreien würden. Als die Studenten, die sich um die Nanotechnik und die Website kümmern wollten, aus Zeitgründen ausstiegen und dann Pastor Uecker starb, hoffte die Projektleitung ersatzweise auf einen frisch pensionierten Manager, der sich am besten mit Nanotechnik, Elektrotechnik und Informatik auskennt. Dieser Mensch wurde nicht gefunden. Der „Atlantikschwimmer“. dessen Verzögerung KircheAktiv :immer weiter verlängerte, ist eine Idee geblieben.

Doch die Projektleitung ist trotzdem auch fröhlich. Immer hatte Uecker gesagt, wenn die Million ausbleibe, mache es nichts. Der Weg sei das Ziel. „Und so ist ‚ es“ betonen die „Controller“ die Freunde geworden sind und sich weiter treffen wollen - wie sich viele Freundschaften gebildet haben. „Ich mache heute Dinge, die ich ohne KircheAktiv nie gemacht hätte“, sagt Klaus Delfs. Er war 2005 mit auf Pilgerreise - deshalb war er kürzlich auf dem Jakobsweg in Spanien. „Ich habe noch nie so viel über Glaubensfragen gesprochen wie beim Pilgern mit KircheAktiv“ bestätigt Angelika Iken.

Die mit 21 „Events“ eingenommenen 32 438,45 Euro - einschließlich Spenden plus die Erlöse aus zwei noch ausstehenden Veranstaltungen - sollen auf die Kirchengemeinden umverteilt werden. Die sollen das Geld angelegen und die Zinsen für Personalkosten (etwa für einen Extra-Musikkursus) verwenden. Die Kirchenvorstände müssen dem noch zustimmen. „Doch es kann gar nicht anders sein“, findet Henning Busch, „denn unter diesen Bedingungen haben sich Menschen für KircheAktiv engagiert.“

 

Kreative Köpfe hatten viele Ideen


Überraschend: Ende 2004 stand die Klein Wesenberger Kirche wie ein Geschenk da: Sie war Meter um Meter umwickelt worden.

Pilgerreisen und -wanderungen, Mörderdinner, Weihnachtsmärkte, Flohmärkte, 3-Kirchen-Läufe, eine Benefiz-Lesung des Schauspielers Christian Quadflieg, eine Pflanzenbörse, ein Kursus Lehmherd-Bau, einmal Gartenkunst aus Ytong-Steinen, ein Erntedankfest, eine Gedenkveranstaltung am ersten Todestag von Christian Uecker sowie der noch ausstehende Abschiedsabend am 14. November mit der Band „Still Crazy“ in Zarpen und die Luther-Reise vom 16. bis 19. November mit Pastor Erhard Graf: Das Projekt KircheAktiv sucht seinesgleichen.

Zum Teil waren die Veranstaltungen Publikumsmagnete und banden bis zu 200 freiwillige Helfer - wie der erste Drei-Kirchen-Lauf „XXL“ 2006. Zum Teil sind sie zu jährlichen Einrichtungen geworden - von denen einige bei den jeweiligen Kirchengemeinden sogar weiterleben: der Drei-Kirchen-Lauf (27. September 2009, Mitorganisator TSV Zarpen) und der Flohmarkt in Zarpen sowie der Weihnachtsmarkt in Klein Wesenberg (6. und 7. Dezember).

Zu den Ideen der kreativen Köpfe gehörten:

  Das Einwickeln der Klein Wesenberger Kirche. In Scharen kauften die Menschen in Meterstücken bunte Folie. Aneinandergeknotet wurde daraus ein 500 Meter langes „Band der Verbundenheit“.

  Das Mörderdinner. „Krimi-Pastor“ Uecker schrieb dafür einen Hamberge-Krimi. Er las zwischen dem edlen Fünf-Gänge-Menü der Gäste. Das war schaurig-schön, denn, die Mord-Geschichte spielte bei einem Festessen.

  Die Pilgerreise über 1095 (Läufer) oder 1410 Kilometer (Radfahrer) nach Wittenberg. Dort schlugen die erschöpften, aber glücklichen Kirche-Aktiven nach Luthers Vorbild (moderne) Thesen an die Schlosskirche.

  Das Internet-Gewinnspiel „Atlantikschwimmer“. Weil es nicht stattfinden konnte, werden das Modem und die Satellitenantenne für das GPS-Ortungssystem von morgen an bei Ebay im Internet angeboten.    jw

aus: "Lübecker Nachrichten" vom 08.11.2008


Unvergessen: Das Mörderdinner 2005 mit Christian Uecker - und der Pastor selbst. Er war Erfinder, Motivator und Motor des Projektes KircheAktiv der drei Kirchengemeinden.

Überglücklich: Klaus-Rainer Martin, Jürgen Grube, Klaus und Elke Delfs, Birgit Groth (v.l.) 2005 beim symbolischen Thesenanschlag nach Luthers Vorbild an die Schlosskirche Wittenberg.